Schülerfirma - Taschenwerkstatt


Die grundlegende Idee war, im Sinne von überzeugendem Recycling, aus gebrauchten Tetrapacks geflochtene Taschen herzustellen, die beim jährlich stattfindenden Herbstmarkt unserer Schule verkauft werden sollten. Durch den damaligen enormen Verkaufserfolg dieser Taschen, entwickelte sich im Schuljahr 2005/06 die Idee zur Gründung einer Schülerfirma innerhalb der Berufsschulstufe in unserer Schule. Da in unserem Schulhaus nicht genug Platz für die Lagerhaltung, die Materialaufbereitung und den gesamten Herstellungsprozess war, mussten Räumlichkeiten außerhalb des Schulgebäudes gesucht werden. Zurzeit befindet sich die TASCHENWERKSTATT in Räumen des alten Polizeigebäudes in Böblingen, die uns vom Landratsamt zur Verfügung gestellt werden.  

Unsere Schülerfirma-TASCHENWERKSTATT ist kein Wirtschaftsunternehmen, sondern ein Schulprojekt mit pädagogischen Zielsetzungen, in dem die unterschiedlichsten und individuellen Fähigkeiten aller Schüler unseres Schultyps einen adäquaten Platz finden. Dennoch verlangt der „Echtheitsbezug“ von den beteiligten Schülern ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, das im Umgang mit Geld, Arbeitsmaterialien, den hergestellten Produkten, den Räumlichkeiten u.v.m. zum Tragen kommt. Um den „Status“ einer „(Schüler-)Firma“ zu erlangen, sollte sie trotzdem die gleichen drei Voraussetzungen wie in der realen Wirtschaftswelt aufweisen:  


 

1.      Firmenbezeichnung mit Namen 

2.      Wesentliche Vorgänge des Betriebes mit einer „kleinen Buchhaltung“ aufzeichnen  

3.      Kunden, Lieferanten und Kapital haben 


 

Vorrangiges Ziel der Schülerfirma ist es, die Schüler möglichst praxisnah und handlungsorientiert auf ihr späteres Arbeitsleben vorzubereiten.

Durch die Unterbringung der TASCHENWERKSTATT in Räumlichkeiten außerhalb  unseres Schulgebäudes und durch das Arbeiten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in der Woche, erleben die Schüler eine deutliche und notwendige Abgrenzung zu ihrem sonstigen Schulalltag.

Bei der Materialaufbereitung und Produktherstellung erhalten alle Schüler die Möglichkeit, praktische Arbeitsprozesse zu erleben und durchzuführen. D.h. sie lernen die Bearbeitung und spezielle Techniken bei häufig vorkommenden Materialien kennen und praktisch umzusetzen. Zudem üben und festigen sie den Umgang mit materialspezifischen Werkzeugen und Maschinen und müssen die damit verbundenen Sicherheitsvorschriften beachten.

Der für die gesamte Produktion notwendige Arbeitsprozess beinhaltet eine große Zahl an einzelnen Arbeitsschritten, die den individuellen Fähigkeiten der Schüler angepasst werden können. Mit Hilfe von Schablonen, Symbolen, farblichen Markierungen und fotografisch dargestellten Arbeitsanleitungen sind alle Mitarbeiter in der Lage, erfolgreich am Produktionsprozess teilzunehmen.

Dabei werden neben dem handwerklichen Geschick in besonderer Weise Arbeitstugenden wie Sorgfalt, Fleiß, Genauigkeit, Qualität, Ausdauer, Teamfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft und Eigeninitiative  in realitätsnahem Rahmen gefördert. Die Anforderungen an diese Arbeitstugenden werden durch den Verkauf des Produktes, auch an Kunden außerhalb der Schule, in besonderer Weise für die Schüler bedeutend.


 

Materialaufbereitung


 Produktherstellung

Die „kleine Buchhaltung“ der TASCHENWERKSTATT beinhaltet die Auflistung von Bestellungen, das Schreiben von Lieferscheinen und die Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben auf einem Girokonto. Durch die Aufzeichnung der Vorgänge in der „kleinen Buchhaltung“, die sich durch den Verkauf der hergestellten Taschen verändern, wird die Bewertung der Arbeitsleistung und die finanzielle Wertschätzung der Arbeit, für die Schüler sehr deutlich.